Fragen? Tel: 09193 62 59 59 0 Mail: info@graddy-group.de WhatsApp: 015161883775 Kontakt
Wie entsteht ein Jahrbuch - aus der Sicht einer Sch├╝lerin

Das erste Jahrbuch am HCG - Teil 1

VON: Stefanie v.K., HCG | 21. Okt 2019

Hallo, ich hei├če Stefanie und bin 18 Jahre alt. Ich habe mich im letzten Jahr f├╝r die Erstellung eines Jahrbuchs an meiner ehemaligen Schule, dem HCG (Hans-Carossa-Gymnasium) in Berlin-Kladow eingesetzt.

Das Gemeinschaftsgef├╝hl an der Schule

Ich war in der 12. Klasse Sch├╝lersprecherin an meiner Schule und eines meiner Ziele war die Erstellung eines Jahrbuchs. An unserer Schule hatte es vorher noch nie eins gegeben.

Das war mir deshalb wichtig, weil ein Jahrbuch das Gemeinschaftsgef├╝hl an der Schule pr├Ągt. W├Ąhrend meiner Schulzeit ist mir klar geworden, dass Gemeinschaftsgef├╝hl einfach bedeutet, sich als Teil einer Gemeinschaft zu f├╝hlen. Das Jahrbuch stellt die Gemeinschaft dar und zeigt so jedem Einzelnen, dass auch er oder sie zur Gemeinschaft dazugeh├Ârt.
Wegen dieses Gemeinschaftsgedankens waren mir im Jahrbuch die Klassenseiten besonders wichtig, die die Klassengemeinschaft positiv beeinflussen sollten.

Die Darstellung der Gemeinschaft kann aber auch dazu f├╝hren, dass sich Einzelne ausgeschlossen f├╝hlen, deshalb muss man bei den Inhalten auch sehr vorsichtig sein, dazu komme ich aber sp├Ąter nochmal.

Sichere Dir jetzt die CHECKLISTE
f├╝r deine Abibuch-Erstellung FOR FREE!

 
Mit deiner Anmeldung bekommst du immer die neuesten News, Goodies und Tipps rund um dein Abibuch,
das Thema Abschluss und deine Zukunft!
Rechtlicher Hinweis: Hiermit erteilst du mir die Erlaubnis dir deine Checkliste for free
und weitere Mails zuschicken zu d├╝rfen. Es fallen keinerlei Kosten an, eine Abmeldung ist jederzeit m├Âglich.
Zur Datenschutzerkl├Ąrung

Eine weitere Motivation daf├╝r, ein Jahrbuch zu machen, war der Einfluss des Jahrbuchs auf die Identifikation mit der Schule. Das ist ein schwer greifbarer Begriff, aber f├╝r mich bedeutet es, die Schule im Gro├čen und Ganzen als etwas Positives wahrzunehmen und gerne dort hinzugehen. Letztens habe ich mit einem Lehrer gesprochen, der an einer anderen Schule das Jahrbuch organisiert. Er sagte, das Jahrbuch sei an seiner Schule bedeutend f├╝r den Schulbetrieb, weil Sch├╝ler, die gerne zur Schule gingen, auch besser im Unterricht mitmachen w├╝rden. Nat├╝rlich ist daf├╝r nicht nur das Jahrbuch verantwortlich, aber es tr├Ągt einen Teil zur Identifikation mit der Schule bei.

Deshalb wollte ich ein Jahrbuch machen.

Da mein Bericht ziemlich lang ist, habe ich ihn in Teilabschnitte aufgeteilt, die Teile der Arbeit an unserem Jahrbuch darstellen und in der Reihenfolge auftauchen, in der sie auch bei uns vorgekommen sind. Ihr k├Ânnt also alles nacheinander durchlesen, dann lernt ihr den kompletten Prozess kennen. Wenn euch einzelne Teile mehr interessieren, lest eben nur diese Abschnitte. Es kann aber sein, dass in manchen Abschnitten Bezug auf andere Abschnitte genommen wird.

Das Jahrbuch-Team

F├╝r die Zusammensetzung des Jahrbuch-Teams hatte ich mir ein ÔÇ×innovativesÔÇť Konzept ├╝berlegt, das ich euch r├╝ckblickend nicht empfehlen kann. Ich hatte mir ├╝berlegt, aus jeder Klasse einen Vertreter f├╝r die Jahrbuch-AG zu suchen. Das wollte ich erstens, um die Klassen so viel wie m├Âglich an der Erstellung des Jahrbuchs zu beteiligen. Zweitens erhoffte ich mir, dass so die Kommunikation mit den Klassen einfacher funktionieren w├╝rde. Schlie├člich brauchte ich besonders f├╝r die Klassenseiten Beitr├Ąge aus den Klassen und ich wollte nicht immer wieder in die Klassen gehen m├╝ssen.


Ein engagiertes Jahrbuchkomitee

Was aber in Wirklichkeit geschah, war so:
Es war sehr schwierig, aus jeder Klasse einen Vertreter zu finden. Schon das hat fast 2 Monate gedauert. Ich wollte aber unbedingt aus jeder Klasse einen Vertreter, also habe ich immer weitergesucht und es am Ende auch geschafft.

Diese Vertreter waren dann aber oft nicht freiwillig in der AG, sondern nur, weil sonst niemand aus der Klasse wollte und ich gesagt hatte, es ÔÇ×mussÔÇť aus jeder Klasse jemand kommen.
Au├čerdem entstand durch dieses Format mehr und mehr der Eindruck, dass ich die ÔÇ×Anf├╝hrerinÔÇť war und der Rest der AG eher meine Anweisungen zu befolgen hatte.
Ich hatte mir aber eher vorgestellt, dass ich wirklich ein Team habe, das mitdenkt und mitentscheidet. Irgendwie kam das aber nie so zustande. Das lag glaube ich teilweise an der mangelnden Motivation, teilweise aber eben auch an diesem Eindruck, durch den es die Klassenvertreter gar nicht als ihre Aufgabe ansahen, mitzudenken und zu entscheiden.
Im Nachhinein ist mir aber klar (und das werdet ihr auch im Verlauf dieses Berichtes sehen), dass ich oft Leute zum Mitdenken und Entscheiden gebraucht h├Ątte, weil ich von vielen Dingen keine klare Vorstellung hatte.

Deshalb kann ich euch sagen: ihr braucht ein motiviertes Team. Ihr werdet n├Ąmlich immer Ideen brauchen oder Entscheidungen treffen m├╝ssen und das ist viel einfacher, wenn ihr es nicht alleine machen m├╝sst.

Wahrscheinlich habt ihr das sowieso schon, schlie├člich kommt kein Mensch auf die Idee, ein Jahrbuch selbst zu machen. Ich habe es hier trotzdem ganz an den Anfang gesetzt, weil es f├╝r mich die entscheidendste Erfahrung ist, die meine Arbeit auch am meisten beeinflusst hat. Und falls ihr vielleicht zuf├Ąlligerweise auch ein ├Ąhnliches Konzept mit Klassenvertretern angestrebt habt, kann ich euch sagen: es ist kein Ersatz f├╝r ein motiviertes Team, es bringt euch nichts.

Berichte ├╝ber die Schulereignisse des vergangenen Jahres geh├Âren ja zu einem Jahrbuch dazu. Ich wollte au├čerdem eine Lehrerseite mit Lehrerspr├╝chen und Lehrerinterviews, eine Vorstellung der neuen Lehrer an der Schule und Artikel ├╝ber die AGs einbauen. Besonders wichtig waren mir aber die Klassenseiten zur St├Ąrkung der Klassengemeinschaft. Ich stellte mir Seiten vor, die zeigten, dass nicht alle(s) in der Klasse perfekt ist/sind, aber alle dazugeh├Âren. Dass die Klasse auf gemeinsame Momente zur├╝ckblickt und dar├╝ber lacht.
Deshalb wollte ich auch inhaltliche Beitr├Ąge auf den Klassenseiten haben und nicht nur Fotos.

Die Klassenseiten - die Kategorien

Meine erste Idee f├╝r die Klassenseite hatte ich aus unserem Abibuch. Dort gab es bestimmte Kategorien (Styler, Sozialer, Motivierter etc.), f├╝r die Sch├╝ler aus unserem Jahr nominiert wurden. Das wollte ich auch bei den Klassenseiten einbauen.
Im Nachhinein wei├č ich, dass sowas auch nachteilig f├╝r die Gemeinschaft sein kann, aber damals sah ich das als humorvolle Darstellung der verschiedenen Charaktere in der Klasse. Au├čerdem stellte ich mir vor, dass eine Nominierung, z. B. als Sozialster der Klasse, bei bestimmten Sch├╝lern auch positive Effekte haben k├Ânnte, weil sie sich dadurch mehr wertgesch├Ątzt f├╝hlen w├╝rden.

So dachte ich lange dar├╝ber nach, welche Kategorien ich nehmen sollte. Ich wollte, dass die Kategorien etwas aussagten (nicht wie z. B. ÔÇ×die beste LacheÔÇť) und, dass m├Âglichst viele Charaktere in der Klasse vertreten sein w├╝rden. Kategorien aus unserem Abibuch, die ich f├╝r p├Ądagogisch nicht wertvoll hielt, sortierte ich nat├╝rlich sofort aus, wie z. B. Snapchat-Suchtis oder Alkoholiker.
Meine Auswahl enthielt am Ende trotzdem einige grenzwertig negative Kategorien, und zwar ÔÇ×TussiÔÇť, ÔÇ×KlassenclownÔÇť und ÔÇ×BesserwisserÔÇť.
Die hatte ich wohl ausgew├Ąhlt, weil sie den beiden obigen Kriterien entsprachen und zudem nicht so negativ waren, dass man sie sofort als beleidigend abgetan h├Ątte.

Trotzdem beschwerten sich mehrere Eltern, die aus den Klassen davon mitbekamen, ├╝ber die Kategorien, auch die Sozialp├Ądagogin und sogar der Schulleiter schrieben mich an. Ich sah ihre Kritik ein, sortierte die drei Kategorien aus und ersetzte sie mit anderen, positiven Kategorien.
Damit war das Problem erstmal gel├Âst, aber ich habe danach noch viel ├╝ber die Kategorien nachgedacht und mit anderen Leuten dar├╝ber geredet. Ich wollte sie nicht mehr ganz weglassen, weil ich dachte, dass die Sch├╝ler auch gespannt auf die Kategorien sein w├╝rden und sie so auch das Interesse am Jahrbuch steigern w├╝rden. Allerdings denke ich inzwischen, selbst wenn alle Kategorien Komplimente an die jeweils nominierten Sch├╝ler sind, dass es keine gute Idee ist, sie einzubauen. Schlie├člich wird es immer Sch├╝ler geben, die f├╝r keine Kategorie nominiert werden und dann best├Ąrken die Kategorien wieder nur die beliebten Sch├╝ler und die unbeliebten Sch├╝ler sehen sich weiter nicht wertgesch├Ątzt. Ihr m├╝sst euch eure eigene Meinung dar├╝ber bilden, aber wenn ihr auch wollt, dass das Jahrbuch zu einem Gemeinschaftsgef├╝hl beitragen soll, dann w├╝rde ich euch von Kategorien abraten.

Hier weiterlesen - Die Klassenseiten im Jahrbuch!